#7 Die Maske




Mein Blog muss keine Maske tragen


Hallo, schön das du du bist. 
Mein Blog Design war Pink und freundlich, vielleicht auch ein bisschen zu Mädchenhaft. Auf den ersten Blick wirklich ein Beauty Blog. Um es genau zu formulieren, mein Blog hatte eine Maske getragen, so wie ich sie lange tragen habe. Ich war nun mal mitten drin in der Beautyscene, mein Körper, mittlerweile von 14 Tattoo´s geschmückt, sollte eine "Zuckerwatte Welt" darstellen. Ich bin ungeschminkt nicht aus dem Haus gegangen und habe immer versucht mich nach den neusten Trends zu Stylen, oder noch besser: Ich wollte Trends machen. Mein Leben war mein Laufsteg. Um mich herum eine starke Mauer. Innerlich sah es oft anders aus, aber es war eine Selbstverständlichkeit für mich, das nicht nach außen zu tragen, zumindest in der Öffentlichkeit. Zu Hause sah das oft anders aus, ich habe meinen Launen freien lauf gelassen und einem Menschen, den ich sehr Liebe und Schätze weh getan. Das wusste ich jedes mal, aber ich konnte mich selbst nicht aufhalten. Zu groß war die Wut und Verzweiflung  in mir. Vor dieser Zeit war ich ein Außenseiter, mein Ziel war es aber im Mittelpunkt zu stehen. Als ich meine Friseurausbildung anfing, war mein Plan dies zu erreichen. Ich sollte mein Ziel auch erreichen. Wie schon oben beschrieben, wusste ich mich "in Szene zu setzten". Wurde "beliebter" .. naja eigentlich hatten die meisten nur Angst vor mir und meinen Launen. Wenn mich jemand Eingebildet oder Selbstverliebt nannte, war dies ein Kompliment für mich, denn genau so wollte ich auf andere Menschen wirken. Ich habe bewusst ignoriert das ich mich damit selbst Stresse. Meine Unsicherheit habe ich mit meiner Hochnäsigkeit ( die Maske ) versteckt. Es war normal geworden. Kurz ich habe mich selbst belogen und das ganze geglaubt. Spätestens jetzt wirst du denken wie ich,"Wäre sie nur mal früher zur Therapie gegangen" Ich hatte schon immer zwei Seiten, eine sehr Realistische und meine Wunschwelt. Meine Wunschwelt nahm zu dieser Zeit alles ein. Ich redete mir ein das ich Glücklich bin so wie es ist. Es gab zu viele Menschen um mich rum die mich "bewunderten". Ja bei manchen war es wirklich so, andere haben mit meiner Unsicherheit gespielt, die ich zu dem Zeitpunkt aber nie zugegeben hätte. Ich sah mich selbst als Selbstbewusst und unberechenbar, meine Ziele erreichte ich immer, auch wenn ich über Steine klettern musste. Diese erreichten Ziele, ob privat oder beruflich machten mich zu Selbstsicher. Es sollte zu meinem Verhängnis werden, denn die "Schutz"Mauer fiel in sich zusammen. Unter ihr, alle meine Wunden, die ich immer zu ignorieren wusste. Wegen nur einer Person. Mein Stolz war gebrochen, und mein Selbstbewusstsein war verschwunden.  Ich spüre seit diesem Tag, eine leere in mir. "Wie konnte nur ein Mensch, alles zerstören?". Warum habe ich das zugelassen? Die ersten Fragen stellten sich mir in den Raum. Trotzdem habe ich bis zum bitteren Ende, meine Maske ( egal wie kaputt sie schon war ) getragen, bis ich sie Leid war.  Die Maske weiter zu tragen, war das schlimmste was ich hätte machen können. 

Mein neues Design, soll nicht abschrecken, nicht Angst machen.
Das war einfach ich. Von außen schien alles Ok, innerlich habe ich getobt. 
Warum soll mein Blog den Eindruck erwecken, alles wäre ok, wenn es das nicht ist? Dann würde ich denselben Fehler wie früher machen. Ich möchte einfach ich selbst sein dürfen, das war ich noch nie. Ich weiß zur Zeit nicht wer ich bin oder wer ich sein möchte, dieser Blog und die Therapie sollen mir dabei helfen. Gerne würde ich schreiben "Die Maske die ich trug" ... leider muss ich mir selbst gestehen das ich sie immer noch oft versuche zu tragen. 

Meine Psychologin würde jetzt sagen:"Sie beurteilen zu viel und sind viel zu streng zu sich selbst."
Ich würde nur lächeln, weil ich keine Antwort auf sowas habe.

Hier findest du meinen ersten Beitrag über meine Depressionen 

-Yulice-8.April.17